BSBD Berlin warnt vor massiven Abwanderungen der BewerberInnen und jungen Beschäftigten zu den Bundesbehörden

Als der dbb beamtenbund und tarifunion berlin (dbb berlin) mit der Broschüre "Besoldungsrückstand" erstmalig vor acht Jahren die verantwortlichen Politiker mit konkretem Zahlenmaterial wachrütteln wollte, ahnte noch niemand, dass es im Jahre 2017 zu einer Neuauflage kommen würde, weil es dem Senat fast ein Jahrzehnt an Einsicht, Fairness und Vorausschau gemangelt hat.

Die mittlerweile eingetretenen Konsequenzen dieser halsstarrigen Rotstiftpolitik sind verheerend: Gehaltsunterschiede von 400 bis 500 Euro monatlich in ein und derselben Besoldungsgruppe verlocken Landesbeschäftigte zu einem Wechsel in die überwiegend in Berlin angesiedelten Bundesbehörden. Frisch ausgebildete Kolleginnen und Kollegen überlegen sich, von welchem Dienstherrn sie ihre Ernennungsurkunde entgegennehmen wollen und mehrere tausend Stellen, die in den nächsten Jahren aus Altersgründen in Berlin frei werden, dürften bei der jetzigen "Bezahlung light" nicht mit qualifizierten Nachwuchskräften zu besetzen sein.

Senat und Abgeordnetenhaus müssen in Sachen Angleichung schnellstens handeln, um die Berliner Verwaltung vor einem Kollaps zu bewahren. Umso unverständlicher ist es, dass bislang noch nicht einmal die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des aktuellen Tarifabschlusses für die Landesbeschäftigten über die Bühne gegangen ist, sondern die ohnedies alarmierende Situation mit Überlegungen in Richtung Zeitverzögerung unnötig verschärft wird - verschärft auch, weil im nahen Brandenburg die uneingeschränkte Übernahme sowie weitere 0,5prozentige Angleichungen zum 1. Januar 2017 und 2018 längst beschlossene Sache sind.

Der BSBD Berlin bedauert, dass nach wie vor Anerkennung und Wertschätzung im bundesweiten Vergleich für Berliner Beamtinnen und Beamte nicht anerkannt wird. So sind die Justizvollzugsbeschäftigten im allgemeinen Vollzugsdienst in Berlin mit ihrer Besoldung zwischen A7 und A8, in vergleichbaren Gehalts- und Erfahrungsstufe beim Bund im einfachen Dienst mit A5 und A6 eingestuft.

So kann man nicht nach dem Motto "Wir suchen die Besten für die Justiz" nicht in der 1. Liga der Arbeitgeber mitspielen. Der BSBD Berlin erwartet ganz deutlich, dass der Justizsenator sich hinter seine Beschäftigten stellt und sich aktiv für eine deutlich bessere Besoldung gegenüber dem Finanzsenator einsetzt.

Die Zeiten der ungerechten Bezahlung von Beamtinnen und Beamten in Berlin müssen endlich vorbei sein. Möge das mit dieser Broschüre vorgelegte Zahlenmaterial diesen unausweichlichen Prozess maßgeblich beschleunigen.

Landesverbände

Landesverbände

dbb

dbb beamtenbund und tarifunion

Zahlen Daten Fakten

Zahlen Daten Fakten

Mitgliedschaft

Mitgliedschaft

Einkommenstabellen

Einkommenstabellen

Themen A - Z

Themen A - Z

Bildquellen:
Einkommenstabellen: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Mitbestimmung und Satzung: Gerd Altmann / pixelio.de